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„ Es geht nicht um Schuldzuweisungen  – Wie Klimagerechtigkeit wirkt
hna.de
Clustered Story
Published about 9 hours ago

„ Es geht nicht um Schuldzuweisungen – Wie Klimagerechtigkeit wirkt

hna.de · Feb 22, 2026 · Collected from GDELT

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Published: 20260222T133000Z

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StartseiteLokalesKreis KasselLohfeldenStand: 22.02.2026, 14:04 UhrKommentareEin Lächeln, das nicht beschwichtigt, sondern erklärt: Anne Marcelle Rakotonirina vor dem Lohfeldener Bürgerhaus. © Sascha HoffmannAnne Marcelle Rakotonirina sprach in Lohfelden über Klimagerechtigkeit und globale Verantwortung. Die Aktivistin aus Madagaskar kennt die Klimakrise aus eigener Erfahrung.Lohfelden – Anne Marcelle Rakotonirina ist Klimaaktivistin und Referentin im Projekt „KlimaGesichter“. Aufgewachsen im Südosten Madagaskars kennt sie Dürre, Stürme und steigende Meeresspiegel nicht aus Statistiken, sondern aus eigener Erfahrung. Auf Einladung des Klimaschutzbeirates Lohfelden war die 28-Jährige am Donnerstag im Bürgerhaus zu Gast und sprach vor ihrem Vortrag im Interview mit unserer Zeitung über Klimagerechtigkeit, Verantwortung – und darüber, warum globale Krisen ungleich wirken.Zur PersonAnne Marcelle Rakotonirina ist 28 Jahre alt und stammt aus dem Südosten Madagaskars. 2016 kam sie nach Deutschland, wo sie Jahre studierte und lebte. Über ein UNESCO-Programm absolvierte sie ein Praktikum bei der Deutschen Klimastiftung und wirkte dort am Projekt „KlimaGesichter“ mit – einem Programm, das Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund zu Klimabotschaftern qualifiziert. Seit zweieinhalb Jahren engagiert sie sich selbst als KlimaGesicht und spricht über klimabedingte Migration und Klimagerechtigkeit. Nach zwei Jahren gemeinsamen Lebens in Madagaskar lebt sie heute mit ihrem Ehemann in der Nähe von Frankfurt.Frau Rakotonirina, wenn Sie an Ihre Kindheit in Madagaskar zurückdenken: Wann haben Sie zum ersten Mal gespürt, dass sich Klima und Umwelt spürbar verändern?Ich komme aus dem Südosten Madagaskars, direkt an der Küste. In meiner Kindheit gab es dort einen Strand, an dem wir immer Fußball gespielt haben. Er war breit genug, dass man rennen konnte, ohne das Meer zu spüren. Jahre später kam ich zurück – und der Strand war fast verschwunden. In der Schule hatte ich Begriffe wie „Meeresspiegelanstieg“ zwar schon gehört. Aber erst in diesem Moment habe ich wirklich verstanden, was er bedeutet.In Madagaskar sind die Folgen des Klimawandels längst Alltag. Was bedeutet das konkret – jenseits von abstrakten Zahlen?In der südlichsten Region des Landes regnete es einmal drei Jahre lang kaum. Das führte zur ersten offiziell anerkannten klimabedingten Hungersnot. Rund 80 Prozent der Menschen leben von der Landwirtschaft. Wenn es keinen Regen gibt, wächst nichts. Und wenn nichts wächst, fehlt die Lebensgrundlage. Stürme kennen wir schon immer. Aber ihre Intensität hat zugenommen. Erst vor wenigen Wochen sind über 30 Menschen ums Leben gekommen. Und selbst wenn niemand stirbt, sind die Folgen gravierend: Schulen werden zerstört, Krankenhäuser beschädigt, Straßen unpassierbar. In einem Land mit ohnehin schwacher Infrastruktur bedeutet das jedes Mal einen massiven Rückschritt. Man baut wieder auf – und bleibt doch verletzbar. Auch Länder wie Deutschland sind längst von Umweltkatastrophen betroffen, doch als strukturell starkes Land kann es reagieren. Es gibt Versicherungen, staatliche Hilfen, funktionierende Behörden. In einem wirtschaftlich schwachen Land wirken dieselben Ereignisse existenzieller – weil sie auf fragile Strukturen treffen. Das ist nicht gerecht.Was bedeutet der Begriff „Klimagerechtigkeit“ für Sie persönlich?Klimagerechtigkeit bedeutet für mich, zu verstehen, dass Verantwortung und Betroffenheit ungleich verteilt sind. Länder im globalen Norden haben historisch mehr Emissionen verursacht und wirtschaftlich davon profitiert. Gleichzeitig leiden Länder im globalen Süden stärker unter den Folgen – obwohl sie deutlich weniger zur Klimakrise beigetragen haben. Es geht nicht darum, individuelle Schuld zuzuweisen. Es geht darum, strukturelle Verantwortung anzuerkennen. Und entsprechend zu handeln.Braucht es aus Ihrer Sicht für ein globales Problem auch eine globale Lösung – vielleicht sogar stärkere internationale Strukturen? Klimawandel ist ein globales Problem. Deshalb reicht es nicht, wenn jedes Land nur für sich handelt. Es braucht internationale Zusammenarbeit – und Strukturen, in denen die Perspektiven der besonders betroffenen Länder wirklich gehört werden. Oft entscheiden diejenigen, die finanzielle Mittel bereitstellen, auch über deren Verwendung. Aber Menschen vor Ort wissen sehr genau, was langfristig sinnvoll ist. Deshalb wünsche ich mir mehr Zusammenarbeit auf Augenhöhe – und internationale Lösungen, die nicht nur kurzfristig helfen, sondern nachhaltig wirken.In Lohfelden teilen Sie Erfahrungen und Gedanken zur Thematik. Was erhoffen Sie sich von diesem Besuch?Ich bin als Teil des Projekts „Klimagesichter“ eingeladen worden. Für mich geht es vor allem um Austausch. Nicht nur informieren, sondern ins Gespräch kommen. Perspektiven sichtbar machen. Klimawandel ist global – aber wir erleben ihn unterschiedlich. Wenn wir diese Unterschiede verstehen, können wir vielleicht auch anders handeln.Wo sehen Sie die Verantwortung – in der Politik oder beim Einzelnen?Auf allen Ebenen. Große Veränderungen brauchen politische Rahmenbedingungen. Ohne Gesetze und strukturelle Maßnahmen wird es keine grundlegende Veränderung geben. Aber auch der Einzelne kann handeln – weniger fliegen und Autofahren, bewusster konsumieren, Energie im Haushalt sparen, die eigene Ernährung hinterfragen. Und politisch wählen. In einer Demokratie beeinflussen wir damit die Richtung.Was wäre für Sie ein Zeichen, dass Ihr Besuch in Lohfelden mehr war als nur ein Vortrag?Wenn jemand nach Hause geht und weiterdenkt. Wenn Neugier entsteht. Vielleicht informiert sich jemand weiter oder spricht mit anderen darüber. Veränderung beginnt oft nicht mit einer großen Entscheidung, sondern mit einem Gedanken. (Sascha Hoffmann)


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