
focus.de · Feb 26, 2026 · Collected from GDELT
Published: 20260226T080000Z
Nach dem Aus von Hannes Jaenicke beim ZDF diskutieren Leser über Moral, Aktivismus und die Grenzen öffentlich-rechtlicher Rundfunkaufträge.Der vollständige Artikel von Josef Seitz, auf den sich die folgende Kommentar-Analyse bezieht, ist hier verfügbar: Erst die Moral, dann der Fall: Jaenickes peinliches TV-AusEin medienwirksamer Abgang sorgt für Diskussionen: Josef Seitz kommentiert das plötzliche Ende von Hannes Jaenickes Umweltserie im ZDF und sein Umgang mit der Situation scharf. Die Leser reagieren höchst unterschiedlich – fast die Hälfte übt deutliche Kritik an Jaenickes moralischem Auftreten und der Authentizität seines Engagements. Ein weiteres großes Lager hinterfragt seinen umweltbezogenen Lebensstil und die vielen Reisen, während andere den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seine Programmstruktur generell in die Kritik nehmen. Einzelne Stimmen äußern zudem Skepsis gegenüber der Jugend oder der Vermischung von Umwelt- und Tierschutz. Insgesamt zeigt sich ein breites Spektrum an Meinungen – von Ablehnung des medialen Aktivismus bis zu grundsätzlicher Systemkritik.Kritik an Aktivismus und moralischem AnspruchEinige Leser (48 Prozent) werfen Jaenicke Arroganz und Selbstinszenierung vor. Sie lehnen „öffentlich bezahlten Aktivismus“ ab und sehen in seinen Filmen eine einseitige, politisch gefärbte Agenda. Dahinter steht ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber prominenten Mahnern, die gesellschaftliche Veränderungen einfordern. Die Behauptung, Klimapolitik in Europa sei „wirtschaftlicher Selbstmord“ und zerstöre Demokratien, spiegelt verbreitete Sorgen über steigende Energiepreise und Strukturwandel. Faktisch ist Klimaschutz jedoch EU-weit gesetzlich verankert, etwa im Rahmen des Green Deal und nationaler Klimagesetze. Die Maßnahmen unterliegen parlamentarischer Kontrolle und gerichtlicher Überprüfung. Wirtschaftsinstitute verweisen darauf, dass unterlassener Klimaschutz langfristig höhere Kosten verursachen würde. Die Kritik bleibt politisch legitim, greift aber dort zu kurz, wo sie demokratische Prozesse pauschal delegitimiert.ANZEIGE"Gut, dass die Serie vorbei ist. Das war linksgrüne Hysterie in Reinkultur, gepaart mit Selbstinszenierung, und das auch noch zwangsfinanziert." Zum Originalkommentar"Als Schauspieler hatte er ein paar Rollen, die ganz OK waren, aber mit seinem Aktivismus hat er mich verloren, obwohl ich selbst Tiere und die Natur liebe, aber ich lebe auch in der realen Welt und nicht in einer surrealen Welt der grünen Aktivisten, die keine Rücksicht auf Menschen nehmen. Was passiert, wenn man solchen Leuten Macht gibt, sieht man in Europa. Die unsoziale Klimapolitik in Europa ist wirtschaftlicher Selbstmord und spaltet die Gesellschaften, aber auch die europäische Gemeinschaft, und trotzdem halten die Ideologen daran fest und steuern rücksichtslos auf den Zerfall der Demokratien zu, weil man Ideologie über die Menschen stellt." Zum Originalkommentar"Jemand, dem die Rettung und Erhaltung der Umwelt wichtig ist, der packt an und engagiert sich - und meckert nicht, weil sein Engagement nicht mehr fürstlich bezahlt wird. Ohnehin eine fragwürdige Haltung - Millionen von Bürgern dieses Landes engagieren sich ehrenamtlich, vielleicht ist es noch nicht bis zum Ammersee durchgedrungen." Zum OriginalkommentarKritik an Umweltaktivismus und ReisetätigkeitWeitere 17 Prozent monieren Fernreisen im Namen des Umwelt- oder Tierschutzes. Sie sprechen von Doppelmoral, wenn Aktivisten flögen, um vor Klimaschäden zu warnen. Tatsächlich verursachen Flugreisen hohe Emissionen. Öffentlich-rechtliche Produktionen müssen jedoch Budgets und Reiserichtlinien einhalten; Dreharbeiten im Ausland sind bei Natur- und Artenschutzthemen oft Teil des Konzepts. Der Vergleich mit Regierungsflügen oder privaten Urlaubsreisen vermischt unterschiedliche Zuständigkeiten. Für Regierungsmitglieder gelten eigene Sicherheits- und Protokollregeln. Zudem ist Klimaschutz kein rein nationales Thema, sondern global verankert, etwa im Pariser Abkommen. Der Vorwurf, Klimaschutz diene nur finanziellen Interessen, findet in der Forschung keine Grundlage; vielmehr zielen CO₂-Bepreisung und Förderprogramme auf Emissionsminderung und Innovationsanreize."Ich finde, es macht einen Unterschied, ob man wie Baerbock wegen eines Fußballspiels in den Flieger steigt, statt die Bahn zu nehmen, als wenn jemand als Aktivist umherreist." Zum Originalkommentar"Auch wenn unsere Motzkommentatorengemeinde (die gerne in die Bettenburgen am Mittelmeer und noch weiter weg fliegen) hier wieder zu Höchstleistungen aufläuft, es ist schon ein Unterschied, ob Otto Normal auf die Seychellen jettet, um sich die Sonne auf den Wanst brennen zu lassen und hinterher bei den Kollegen damit protzen zu können, oder ob man "beruflich" dorthin fliegt, um Menschen die Schönheit dieser Landschaften zu zeigen, die nie dahin kommen können. Letzteres spart sogar umweltschädliche Fernreisen, jedenfalls bei den normal begabten Menschen. Leider lockt man mit einheimischer Flora und Fauna keinen mehr hinterm Ofen hervor, Horst Stern konnte noch mit dem Rothirsch oder dem Haushuhn Zuschauer gewinnen, aber dem überfütterten modernen Bürger ist das ja zu miefig." Zum Originalkommentar"Klimaschädliche Luxusreisen um die Welt, um diese und das Klima vermeintlich zu retten, sind ein Markenkern von Aktivisten und Grünen. Klimakleber flogen nach anstrengender Kleberei zum Chillen nach Bali, eine Ministerin flog allzu gerne an exotische Plätze, Südseestrand usw. Natürlich klimafreundlich mit dem Regierungsflieger." Zum Originalkommentar"Tierschutz ok. Aber erstens muss man damit nicht in der Welt herumreisen (bei uns gibt's auch Tiere!), zweitens sollte man dies strikt vom Klimaschutz trennen. Letzterer ist überflüssig wie ein Kropf und dient nur finanziellen Interessen." Zum OriginalkommentarMisstrauen gegenüber dem öffentlich-rechtlichen RundfunkDie Einstellung der Reihe wird von einigen (13 Prozent) als Beleg für einen Kurswechsel beim ZDF gedeutet. Andere fordern die Abschaffung des Rundfunkbeitrags und unterstellen politische Schlagseite. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk finanziert sich in Deutschland über den Rundfunkbeitrag, nicht über Steuern. Auftrag und Programmgrundsätze sind im Medienstaatsvertrag festgelegt: Ausgewogenheit, Staatsferne und Vielfalt. Programmentscheidungen trifft die jeweilige Redaktion; sie unterliegen der Kontrolle durch Rundfunk- und Verwaltungsräte. Einzelne Formate können politisch zugespitzt wirken, doch pauschale Vorwürfe einer parteipolitischen Steuerung sind durch die institutionellen Strukturen nicht gedeckt. Gleichwohl bleibt die Debatte über Transparenz, Effizienz und Programmprofil ein Dauerthema."Die eigentliche Frage ist doch: Was ist auf einmal beim ZDF los? 18 Jahre links-grüner Aktivismus auf Kosten der Beitragszahler werden plötzlich gestrichen? Da stimmt doch was nicht…" Zum Originalkommentar"Wieder ein Grund mehr, die Fernsehgebühren abzuschaffen! Dieser Herr predigt Wasser und säuft Champagner auf Gebührenzahlers Kosten." Zum Originalkommentar"Normale Menschen reisen um die Welt und bezahlen die Reise selbst. Sogenannte Umweltaktivisten werden von den anderen bezahlt, entweder NGOs oder ÖRR, beide staatsfinanziert." Zum OriginalkommentarKritik an Tierschutz und UmweltpolitikTeils wird Tierschutz teils unterstützt, teils als bevormundend empfunden (5 Prozent). Sorgen betreffen Konflikte zwischen Artenschutz und lokalen Interessen, etwa beim Umgang mit Wölfen in Deutschland oder bei Schutzgebieten in Afrika. Tatsächlich sieht das Bundesnaturschutzrecht Ausnahmen vor, wenn etwa von einzelnen Tieren Gefahren ausgehen. In internationalen Projekten stehen Naturschutzorganisationen in der Pflicht, Menschenrechte und Beteiligung der lokalen Bevölkerung zu wahren. Die pauschale Behauptung, Klimaschutz sei überflüssig, widerspricht dem Stand der Klimaforschung, die den menschengemachten Klimawandel klar belegt. Politische Maßnahmen bleiben umstritten, doch sie beruhen auf breitem wissenschaftlichem Konsens."Klimaschutz ok, Tierschutz auch, aber nicht auf Kosten der Bevölkerung. In afrikanischen Ländern wird die einheimische Bevölkerung von Wildhütern sehr ruppig behandelt. In Deutschland läuft in Leverkusen ein Wolf rum, anderswo auch. Ich finde das unverantwortlich." Zum Originalkommentar"Tierschutz ok. Aber erstens muss man damit nicht in der Welt herumreisen (bei uns gibt's auch Tiere!), zweitens sollte man dies strikt vom Klimaschutz trennen. Letzterer ist überflüssig wie ein Kropf und dient nur finanziellen Interessen." Zum OriginalkommentarSpott über Medienpraxis und Zweifel an persönlicher GlaubwürdigkeitDie verbleibenden Kommentare (17 Prozent) schwanken zwischen Anerkennung und Häme. Während einige den Einsatz für wenig beachtete Umwelt- und Tierschutzthemen ausdrücklich würdigen, überwiegt bei anderen der Spott über vermeintlich komfortable Produktionsbedingungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Sie unterstellen, Recherchereisen seien vor allem Privilegien auf Kosten der Beitragszahler, und stellen die wirtschaftliche Situation des Protagonisten infrage. Dabei wird auch die Absicherung über die Künstlersozialkasse thematisiert. Tatsächlich dient sie selbstständigen Künstlern und Publizisten als gesetzlich geregeltes Sicherungssystem mit anteiliger Finanzierung durch Versicherte, Verwerter und Bundeszuschuss. Die Entscheidung über das Ende einzelner Formate liegt bei den Sendern und folgt programmlichen sowie wirtschaftlichen Erwägungen. Forderungen nach weiteren Absetzungen spiegeln daher eher grundsätzliche Kritik am Programmprofil als konkrete Einzelfälle."Ist beim ZDF jetzt eine Stelle frei, bei der man auf Steuerzahlerkosten an die schönsten Orte der Welt jetten kann? Ich bewerbe mich gerne." Zum Originalkommentar"Volle Zustimmung zur Analyse… Tja… und nun? Hat er nicht auch verkündet, dass er von seiner Rente nicht leben könne? Komisch, hat wohl nicht eingezahlt, vorgesorgt trotz der üppigen Zuwendungen der Öffies für seine „Missionars