
nzz.ch · Feb 21, 2026 · Collected from GDELT
Published: 20260221T061500Z
Wellness gibt es in der kleinsten Hütte: Der Baustoff Holz tut Körper und Seele gutHolz ist in der Architektur gerade sehr angesagt, etwa beim Bau neuer Spitäler. Dem Naturmaterial werden schon lange positive Auswirkungen auf die Gesundheit nachgesagt. Und die lassen sich inzwischen auch belegen. Die Kolumne «Hauptsache, gesund».Matthias Meili21.02.2026, 05.30 Uhr3 LeseminutenHolzelemente und Tageslicht sorgen im Kinderspital Zürich für eine warme, wohnliche Atmosphäre.Visualisierung Herzog & De MeuronAuf der Liste meiner schönsten Ferienerinnerungen rangieren Skiferien ganz vorne. Nicht nur die tägliche Bewegung in der reinen Bergluft tut gut. Besondere Freude macht mir auch das viele Holz in dem alten Bauernhaus im Prättigau, in dem wir seit Jahren Feriengäste sein dürfen. Die knorrigen Balken aus Massivholz, der knarrende Boden und die hölzerne Innenausstattung der Ferienwohnung versprühen wohlige Wärme und Gemütlichkeit.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.«Hauptsache, gesund»In dieser Kolumne werfen Autorinnen und Autoren einen persönlichen Blick auf Themen aus Medizin und Gesundheit.Eine Holzwohnung ist für mich deshalb eng verbunden mit einem Gefühl der Geborgenheit inmitten wilder Natur. Für mich bedeutet das auch so etwas wie Wellness: natürlich wohnen, besser entspannen – und vielleicht sogar gesünder leben? Der Trend zu immer mehr Holzhäusern hat den Einfluss von Holz auf das Wohlbefinden und die Gesundheit jedenfalls auch in den Fokus der Forschung gerückt.Die Idee ist nicht neu: Schon die alten Kelten vermuteten positive Wirkungen des Naturmaterials Holz auf uns Menschen. Bäume waren ihnen heilig. Sie glaubten, dass viele Leiden gelindert werden können, wenn man eine Zeitlang unter dem richtigen Baum sitzt.Heute greift auch bei uns der Trend des Waldbadens um sich, das dem achtsamen Aufenthalt im naturbelassenen Gehölz eine heilsame Wirkung zuschreibt. In Japan, wo das Waldbaden als Shinrin-Yoku einen eigenen Namen hat, gilt die Waldmedizin sogar als eigenständiges Fachgebiet.Kürzlich hat auch das Wissenschaftsmagazin «Nature» dem Thema einen Hintergrundartikel gewidmet. Laut dem Beitrag ist die Waldluft erfüllt von sekundären Pflanzenstoffen der Bäume, hauptsächlich Terpenen. Nadelbäume wie Föhren, Fichten oder Tannen produzieren diese Stoffe, um sich vor Schädlingen zu schützen. In der Waldluft sorgen sie für den würzigen Holzgeruch – und sie sind gesund: Aktuelle Studien zeigen, dass das Einatmen solcher Stoffe das Immunsystem stärken und Entzündungen hemmen kann.Nicht alle Ausdünstungen sind gesundAls Baustoff in Gebäuden wird aus dem Baum jedoch ein hochverarbeitetes Produkt. Die Bäume werden zersägt, verleimt und oft auch mit Ölen oder Brandschutzmitteln behandelt. Der nicht immer nur positive Einfluss von Holz auf die Luftqualität in Innenräumen ist deshalb ein wichtiger Forschungsbereich. Dank bauökologisch hochwertigen Verfahren können schädliche Emissionen auf ein Minimum reduziert werden. Messungen haben gezeigt, dass die vom Holz abgegebenen Substanzen wenige Monate nach dem Einbau ohnehin kaum noch nachzuweisen sind.Neue Forschungen weisen darauf hin, dass sichtbares Holz in Innenräumen vor allem Augen, Tastsinn und Nase anspricht und so einen stressmindernden und wohltuenden Einfluss auf die Bewohnerinnen und Bewohner haben kann. Holz ist deshalb auch ein zentrales Element der sogenannten «Healing Architecture». Dieses aus den USA stammende Konzept versteht Architektur und Raumgestaltung von Spitälern als wichtigen Teil einer effektiven Gesundheitsversorgung.Erste Studien deuten darauf hin, dass Holz in Innenräumen den Patientinnen und Patienten tatsächlich gut tut. Mir reicht in den Skiferien schon der knarrende Holzboden im Prättigauer Walserhaus, der mir zuflüstert: Alles ist gut.Bereits erschienene Texte unserer Kolumne «Hauptsache, gesund» finden Sie hier.Passend zum Artikel