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Energiewende in Gefahr : 124 . 000 Jobs stehen auf dem Spiel
freitag.de
Published about 2 hours ago

Energiewende in Gefahr : 124 . 000 Jobs stehen auf dem Spiel

freitag.de · Feb 22, 2026 · Collected from GDELT

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Published: 20260222T123000Z

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Grünes Wissen : Katherina Reiche gefährdet die Energiewende: 124.000 Jobs stehen auf dem Spiel Ein geleakter Gesetzentwurf von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche alarmiert die Branche der erneuerbaren Energien. Es formiert sich Widerstand. Ein Bündnis aus Klima- und Umweltbewegungen hat dagegen vor dem CDU‑Parteitag demonstriert Mit der von Campact initiierten Aktion „Schrottplatz der Energiewende“ protestieren mehrere NGOs gegen das geplante Netzpaket der Ministerin Foto: Manuel Genolet/ picture alliance/dpa 124.000 Arbeitsplätze – so viele Jobs sind im vergangenen Jahr in der deutschen Industrie verloren gegangen. Wie eine Analyse der Beratungsgesellschaft EY ermittelte, fiel der Stellenabbau im vergangenen Jahr damit doppelt so hoch aus wie noch im Jahr 2024. Den Angaben zufolge lag „das Epizentrum“ in der Automobilwirtschaft – allein dort gingen mehr als 50.000 Jobs verloren. Auch die Textilindustrie und der Maschinenbau verzeichneten einen Aderlass. Man könnte argumentieren: Alte Industrien, die logischerweise Jobs verlieren müssen. Schließlich war die Branche der Kutschenhersteller einst auch ein großer Arbeitgeber. Was aber, wenn die Politik bewusst Zukunftsarbeitsplätze gefährdet? Zum Beispiel in der Solarbranche oder bei den Wärmepumpenbauern? „Rettet die erneuerbaren Energien!“ Unter diesem Slogan warnt ein breites Bündnis aus Klima- und Umweltbewegung, Gewerkschaftern, Genossenschaften und der Branche selbst vor der Politik von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Weil sie offenbar mit den Plänen nicht einverstanden sind, leakten Ministerialbeamte vor Wochenfrist den Referentenentwurf für jenes Gesetz, mit dem die ehemalige Gasmanagerin den Netzausbau voranzubringen gedenkt. Tatsächlich enthält dieses „Netzpaket“ einige Ungeheuerlichkeiten, die den Ausbau der Erneuerbaren stoppen würden.„Kein Anspruch auf Entschädigung bedeutet: keine Investitionen mehr“„Würde das Netzpaket so umgesetzt, wäre das der Todesstoß für die Erneuerbaren“, sagt Valérie Lange vom "Bündnis Bürgerenergie". Praktisch nämlich bekämen nach diesem neue Projekte keinen garantierten Netzanschluss mehr, was Investitionen unmöglich mache: Ohne Abnahmegarantie für den produzierten Strom gibt es keine Refinanzierungschance. "Die Verteilnetzbetreiber haben den Ausbau der Netze verschlafen, das Netzpaket enthält jetzt alle Instrumente, die den Ausbau der Erneuerbaren erschweren", so Lange, die mehr als 2.000 Energiegenossenschaften in der Bundesrepublik vertritt. Ein zweiter Kritikpunkt nennt sich Redispatch: Wenn viel Strom im Netz ist, kann der Netzbetreiber einen Windpark abregeln. Für den nicht produzierten Strom erhält der Windmüller derzeit eine Entschädigung. Diesen Anspruch will Katherina Reiche nun streichen. „Kein Anspruch auf Entschädigung bedeutet: keine Investitionen mehr“, sagt dazu Ursula Heinen-Esser, die seit vergangenem Herbst Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie BEE ist. Wenn dieses Prinzip Gesetz würde, würde die Energiewende tatsächlich drastisch ausgebremst.Katherina Reiche ist eine spannende Personalie. Von 2009 bis 2013 war die heutige Bundeswirtschaftsministerin „Parlamentarische Staatssekretärin“ im Bundesumweltministerium – genauso wie Ursula Heinen-Esser, die auch das gleiche Parteibuch wie Reiche besitzt. Beide waren also in Verantwortung, als unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) die Energiewende zum ersten Mal abgewürgt worden war und die Bundesrepublik die Fotovoltaik-Industrie und ihre Patente an Südostasien verlor. In ihrer Blüte beschäftigte die Branche im Jahr 2011 gut 415.000 Menschen, zwei Jahre später waren es keine 300.000 Arbeitsplätze mehr. Experten warnen, dass eine Entlassungswelle folgen wirdDroht das der Branche erneut? Seit dem Jahr 2020 haben die Beschäftigungszahlen wieder zugelegt, sie stiegen von 344.000 Jobs im Jahr 2021 auf mehr als 410.000. Das ist insofern beachtlich, als viele Firmen gehörig unter Druck stehen: Um Kosten zu sparen, haben Windradbauer wie Enercon oder Nordex beispielsweise sämtliche Werke, in denen Flügel für Windräder produziert werden, ins Ausland verlagert. Der Rostocker Produzent Eno Energy musste vergangenen Herbst Insolvenz anmelden – und 160 Mitarbeiter entlassen. Experten warnen, dass eine Entlassungswelle folgen wird, wenn Reiches Gesetzespaket Realität wird.Deshalb haben Klimaschützer und Branchenvertreter an diesem Samstag vor dem CDU-Parteitag in Stuttgart demonstriert. Auf ihren Plakaten stand: „Reiche es reicht“ oder: „Für PV, Windkraft und Speicher“. In der vergangenen Woche hatten Aktivisten ausrangierte Solarpaneele und einen riesigen Windradflügel vor Reiches Ministerium gekippt – dem „Schrottplatz der Energiewende.“ Zwei Petitionen - Hier und Hier - haben inzwischen zusammen 770.000 Unterschriften. „Heute sind die Erneuerbaren systembestimmend“, erklärt BEE-Präsidentin Heinen-Esser. Aktuell stammen 56 Prozent des bundesdeutschen Stromverbrauches aus Sonne, Wind und Co., bis 2030 sollen sie 80 Prozent decken. „2026 wird das Jahr, in dem sich entscheidet, ob dieses Ziel erreichbar wird“, sagt Ursula Heinen-Esser und warnt: „Planungssicherheit ist für Investitionen essenziell, deshalb müssen Vergütungen, Entgelte und Zugänge vorhersehbar bleiben.“Katherina Reiche wehrt sich gegen die VorwürfeDen Vorwurf, mit ihren Plänen den Zubau neuer Wind- und Solarkraftwerke völlig auszubremsen, konterte Katherina Reiche vergangene Woche via Interview mit dem Handelsblatt: „Das stimmt nicht.“ In der Öffentlichkeit würden lediglich Leaks früherer Entwürfe kursieren. „Wir befinden uns noch in der Ressortabstimmung. Es folgt die Verbändeanhörung. Die Branche muss gehört werden und ihre Vorschläge einbringen können“, sagt die Ministerin. Das klang schon fast kleinlaut: „Wir werden die Eignung von zeitlichen Vorgaben noch genau abwägen und dann schauen, was wir der Branche am Ende vorschlagen.“ In der Sache allerdings verteidigte die Ministerin ihre Pläne: „Ich sehe meinen Auftrag darin, die Belastung für Wirtschaft und Verbraucher durch Energiekosten zu reduzieren.“ „Katherina Reiche ist nicht die richtige, um die Energiewende zu gestalten. Sie will lieber ihren alten Arbeitgebern dienen“, urteilt der Bündnisgrüne Sven Giegold, zuletzt Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Die alten Arbeitgeber waren Eon und der VKU, der Verband Kommunaler Unternehmen, die viele Gaskraftwerke betreiben. Parteichef Felix Banaszak nennt den Gesetzentwurf ein „Paket des Irrsinns“ und erinnert daran, dass Katherina Reiche schon einmal das Fundament der Energiewende angegriffen hat: „Bislang waren das nur Ankündigungen, jetzt ist Reiche zum Angriff übergegangen.“Und für den bieten sich jetzt viele neue Möglichkeiten. „Aus beihilferechtlichen Gründen läuft das Erneuerbare-Energien-Gesetz zum Jahresende aus“, sagt Heinen-Esser. Katherina Reiche muss das Gesetz also neu schreiben. Ob das wohl die Erneuerbaren stärken wird?


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