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Blutspende in Schaumburg : Redakteurin berichtet von ihrer ersten Spende
sn-online.de
Published 36 minutes ago

Blutspende in Schaumburg : Redakteurin berichtet von ihrer ersten Spende

sn-online.de · Feb 24, 2026 · Collected from GDELT

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Published: 20260224T043000Z

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„Sie schaffen das schon“Hoher Puls und dicke Nadeln: Redakteurin berichtet von ihrer ersten BlutspendeJeder hat es, viele brauchen es: Blut. Die Blutspende ist ein unerlässlicher Bestandteil für die Medizin. Tausende Spender geben jedes Jahr ihr Blut, um damit andere zu retten. Redakteurin Luisa Adam hat ihre Angst überwunden – und will sie anderen nehmen.Nienstädt. Schweißnasse Hände und ein flaues Gefühl im Magen? Das löst bei dem ein oder anderen der Anblick von Blut oder Nadeln aus. Allein der Gedanke daran lässt auch meinen Puls etwas höher schlagen. Jahrelang habe ich mich gedrückt, jetzt wollte auch ich etwas Gutes tun und helfen, mein Blut spenden. Die Versorgungslage mit Blutkonserven in Deutschland war Anfang 2026 kritisch und angespannt. Das Deutsche Rote Kreuz und dessen zahlreiche Schaumburger Ortsvereine haben zu Spenden aufgerufen und gewarnt: Die Zahl der Blutkonserven ist an einem kritischen Punkt.Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeZeit also, über meinen Schatten zu springen. Seit Jahren informiert Silke Scheffler vom Nienstädter DRK-Ortsverein über die nächsten Termine. Jedes Mal lädt sie auch mich dazu ein. „Sie schaffen das schon“, ermutigte sie mich auch bei unserem letzten Gespräch. Ich glaube, wir beide waren überrascht, als sie mich dann beim jüngsten Blutspendetermin in der Nienstädter Grundschule wirklich gesehen hat.Schlaf, Gesundheit und literweise WasserZu Beginn des Tages hatte ich die ersten Zweifel. Nicht, weil ich am Können des Fachpersonals zweifelte, mich schrecken seit Jahren Blut und Nadeln ab. Den Arbeitstag über habe ich trotzdem, ganz brav der Checkliste folgend, literweise Wasser getrunken. Schlaf und ausreichend Essen konnte ich ebenfalls abhaken – nur die Nerven, die bekamen die Kollegen zu spüren.Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeAuf dem Papier ist die Blutspende einfach:Spenden darf, wer mindestens 18 Jahre alt ist und sich gesund fühlt – eine obere Altersgrenze gibt es nicht mehr.Personalausweis oder Führerschein mitbringen.Vor der Spende ausreichend trinken und etwas essen.Vor Ort hat mich zuerst die Masse an Leuten überrascht. Wer selber spenden möchte, kann sich vorher auch in der DRK-App einen Termin reservieren. Ich musste mich bereits für die Anmeldung anstellen – ein tolles Zeichen, aber mehr Zeit für meine Angst, sich einzunisten. Mit leicht zitternden Händen habe ich dennoch meinen Personalausweis vorgezeigt und mich als „Erstspenderin“ geoutet. Zuletzt ist die Bereitschaft, Blut zu spenden, in Niedersachsen sogar leicht gestiegen. Allerdings sank zugleich die Zahl der Erstspender von neun auf acht Prozent – ein Trend, der deutschlandweit festzustellen sei, berichtet der Niedersächsische Blutspendedienst NSTOB.Blutspende in Nienstädt: Redakteurin berichtet von ihrer ersten Spende01 / 06Ein Aufkleber kennzeichnete mich ab da als „Ersti” und signalisierte den Helferinnen und Helfern sowie dem gesamten DRK-Fachpersonal, dass ich mit den Abläufen nicht vertraut war. Zuerst musste ich - wie alle - einen dreiseitigen Fragebogen ausfüllen. Weil ich weder unter 50 Kilogramm wiege, noch ein frisches Tattoo oder Piercing habe oder die letzten sechs Monate im Ausland verbracht habe, konnte ich das schnell hinter mich bringen. Die erste Überwindung kostete mich dann „der kleine Piks“ nach der Anmeldung. Der freundliche Mediziner hat kurz über meinen Fragebogen geschaut und mir dann erklärt, dass er mittels eines kleinen Tropfens Blut den Hämoglobinwert darin bestimmen könnte - ein zentraler Indikator für Blutarmut oder Eisenmangel. Der Arzt wollte mir wohl die Angst vor der Spende nehmen und sagte mit einem freundlichen Lächeln: „Manche sagen, der Piks ist schlimmer als die Spende.“ Er meinte das sicher gut, aber beruhigt hat mich das zugegebenermaßen nicht. Etwas peinlich berührt, weil das alles andere als schlimm war, durfte ich dann weitergehen.Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeBei dem vertraulichen Arztgespräch in einem Klassenzimmer wurde ich dann auf alle Eventualitäten vorbereitet: Schwindel, Schwächegefühl, Übelkeit oder Ohnmacht sowie ein blauer Fleck. Der Herr wusste wohl nicht, dass ich darüber schon vor meiner Ankunft fast die Nerven verloren hatte. „Oh, der Puls ist etwas hoch“, kommentierte der Arzt meine Werte. Ja, das hätte ich ihm auch ohne Gerät sagen können. Wir waren uns dann einig, dass der Wert meinen flatternden Nerven zuzuschreiben war.Weiter ging es in Richtung Spendenraum. Etwas verwirrt war ich, offen gesagt, von dem sogenannten „vertraulichen Selbstausschluss“. Dabei bekommen Spendende die Möglichkeit, ihr Blut anonym von der Verwendbarkeit auszuschließen. Warum das nach den ganzen vorherigen Schritten noch abgefragt wurde, war mir zuerst ein Rätsel. „Falls ein Spender beispielsweise mit Freunden und Bekannten hier ist und ein bekanntes Infektionsrisiko nicht offen zugeben will oder kann, ist das hier die letzte Möglichkeit“, werde ich aufgeklärt. Mit einem dicken schwarzen Marker mache ich ein Kreuz – meine Überwindung soll möglichst nicht umsonst sein. Ob mein Blut aber verwendet wird, entscheidet am Ende ein Labor, welches im Nachgang das Blut untersucht.Achtung: Dicke Punktionsnadeln, für einen schnellen BlutflussDer nächste DRK-Mitarbeiter konnte ebenfalls an meinem Aufkleber auf dem T-Shirt erkennen, dass ich Erspenderin war. Vielleicht hat mein nervöses Gerede mich verraten, aber er stellte offenbar schnell fest, dass ich etwas Muffensausen hatte, und verwickelte mich in ein Gespräch. Nett gemeint, aber das hat mich definitiv nicht von der Nadel und den Schläuchen abgelenkt und erst recht nicht von dem großen Blutbeutel.Weggucken hilft: Kanülen zum Blutspenden sind spezielle, relativ dicke Punktionsnadeln, die einen schnellen Blutfluss in den Beutel ermöglichen sollen, um Gerinnung zu vermeiden. Ich will niemanden anlügen, den Stich habe ich gemerkt. Schlimm war es für mich aber nicht.Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeBei der Blutspende werden circa 500 Milliliter Blut entnommen. Ein Gerät direkt neben meiner Liege hat sogar angezeigt, wie viel schon entnommen wurde. Damit ich das auch entspannt beobachten konnte, wurde mir ein Tuch locker über die Kanüle gelegt, irgendwie nett, nur leider konnte ich den Blutbeutel aus meiner Perspektive gut sehen. Die gemalten Bilder auf der anderen Seite an der Wand waren aber auch schön. Weniger als zehn Minuten dauert eine Spende. Ich sollte als Erstspenderin noch fünf Minuten liegenbleiben und schauen, ob alles okay ist. Als das aus meiner Sicht Schlimmste geschafft war, war das auch kein Problem mehr.Mehr zum ThemaSeit dem 1. Januar 2021 werden keine neuen Spenderausweise im Scheckkartenformat ausgestellt. Ein Blutspendeausweis ist für die Anmeldung zur Blutspende auch nicht mehr zwingend erforderlich. Als Erstspenderin erhalte ich in ein paar Tagen ein Anschreiben mit meiner Spendernummer, mit der ich mich im Digitalen Spenderservice und in der Blutspende-App registrieren kann, und meiner Blutgruppe.Die nächsten Blutspendetermine in SchaumburgWer ebenfalls seine Angst überwinden will oder schon mal Blut gespendet hat, kann das gleich an einem der nächsten Blutspendetermine in Schaumburg tun. Bereits am Mittwoch, 25. Februar, findet in Bad Nenndorf im Vereinsheim, Bahnhofstraße 67, von 15.30 bis 19.30 Uhr eine Spendenaktion statt. Am selben Tag kann auch im Pfarrheim St. Marien in Bückeburg, Oberwallweg 2, von 15 bis 20 Uhr gespendet werden. Im kommenden Monat findet am 3. März von 15.30 bis 19.30 Uhr die Blutspende im evangelischen Gemeindehaus, Altenhäger Straße 25 in Hagenburg, statt. Alle weiteren Termine sind auf der Internetseite des DRK unter blutspende-leben.de/blutspendetermine/landkreis/schaumburg zu finden.Wie wir es gewohnt sind, kommt das Beste zum Schluss. Ein buntes Büfett wartet im Nachbarzimmer auf mich. Schnittchen, Pizzaschnecken, Schokokuchen und einiges mehr. Das war den Stress mehr oder weniger wert, was aber am meisten zählt: Mit einer Blutspende kann bis zu drei kranken oder verletzten Menschen geholfen werden.So schlimm, wie ich es mir jahrelang ausgemalt habe, war die Spende am Ende nicht. Das haben auch noch ein paar andere Freiwillige gedacht: Das DRK Nienstädt konnte bei der Aktion 87 Blutspender verzeichnen, darunter 14 Erstspender.SN


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