
paz-online.de · Feb 17, 2026 · Collected from GDELT
Published: 20260217T173000Z
US-Verhandlungen in GenfDie Verhandlungen zwischen Iran und USA demonstrieren vor allem die Ohnmacht des Westens und der UN. Doch unter einer Eskalation würde nicht nur der Nahe Osten, sondern die ganze Welt leiden.Als an diesem Dienstagvormittag in Genf die lange erwarteten Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten begannen, war vieles unklar und alles denkbar: von einem erfolgreichen Zeitspiel des iranischen Regimes, das gerade seinen Sturz abwenden konnte und seine wirtschaftliche Lage dringend bessern muss - bis hin zu einer Eskalation, die erneut in einem Krieg in Nahost endet. Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeIm letzteren Fall würde Amerika zwar die Führungsrolle übernehmen, aber vor allem sein Verbündeter Israel würde dann aktiv sein - aber auch bedroht. Klar war von Beginn der Gespräche an nur eines: Was die Mullahs im Iran erkaufen wollen, will sich Donald Trump nicht nehmen: Zeit. Teheran und Moskau spielen auf ZeitDas zeigte sich schon daran, dass die Sondergesandten von Präsident Trump in Genf direkt im Anschluss an die Iran-Gespräche gleich den zweiten Großkonflikt unserer Zeit deeskalieren sollten: den russischen Krieg gegen die Ukraine. Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeVor allem Trump selbst betont immer wieder, dass es ihm in beiden Fällen um ein schnelles Kriegsende geht - und er sich um die Details nicht sonderlich schert. Schon deshalb wendet Russlands Präsident Putin ja dieselbe Taktik an wie die iranischen Mullahs: Auch er spielt auf Zeit. Trump versprach Hilfe - die nie kamDas Regime in Teheran war damit gerade - schon wieder - erfolgreich: Noch im Januar blickte es in den Abgrund, als Trump den Zehntausenden Demonstrierenden in Iran Hilfe versprochen hatte. Die Mullahs entlarvten das als Bluff, indem sie Tausende ihrer Kritiker töteten, inhaftierten und bis heute exekutieren. Seitdem hat sich die Lage in der Region alles andere als stabilisiert. Im Gegenteil: Die Mullahs rüsteten ihre Armee, die Paramiliz und die zahlreichen Terrorbanden auf, die Israel von der Landkarte löschen wollen - und auch Israel bereitete sich auf einen neuen Krieg vor. Dass unter neuen Gefechten nicht nur die Region, sondern die gesamte Weltwirtschaft leiden würde, demonstrierte das iranische Regime noch am Genfer Verhandlungstag: Mit Raketen- und Manövertests nahe der Straße von Hormus wollte es seine Fähigkeit betonen, zentrale Ölhandelsrouten zu blockieren – ein Hebel, der in früheren Krisen bereits zu massiven Preisverwerfungen geführt hat. Weiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der AnzeigeSo ist acht Monate nach dem 12-Tage-Krieg zwischen Iran und Israel der Nahe Osten erneut ein Pulverfass. Der mögliche Zündfunke könnte dieses Mal allerdings von außen kommen - und von Donald Trumps demonstrativ entsandter „Armada” ausgehen. Nicht zufällig warnte er direkt vor Verhandlungsbeginn, ein neuer Krieg werde nicht „in zwei Wochen“ vorbei sein.Für Israels Bevölkerung wäre das eine schlechte Nachricht. Teheran und seine Außenposten halten sich längst bereit, Raketen auf Israel regnen zu lassen. Muster schneller ScheinlösungenZugleich blickt die westliche Welt hilflos auf den Iran: Ein Regimewechsel bleibt hochriskant, weil eine klare Alternative zur Herrschaft der Mullahs fehlt. Und gerade der Iran ist ja das beste Beispiel dafür, dass nach einer missglückten US-Intervention alles schlimmer sein kann als vorher. Zugleich hält Israel das nicht zu Unrecht für einen schlechten Grund, um die Mullahs gewähren zu lassen. Mehr zum ThemaWeiterlesen nach der AnzeigeWeiterlesen nach der Anzeige Doch Trump fehlt sichtbar die Geduld für langwierige Diplomatie. Das Muster schneller Scheinlösungen zeigt sich auch jetzt: In Genf gab es zwei Verhandlungen zum Preis von einer einer, und bereits an diesem Donnerstag soll Trumps eigener „Friedensrat“ zu Gaza tagen. Allein mit dieser Institution, die er in bewusster Konkurrenz zu den Vereinten Nationen gegründet hat, zeigt Trump die Ohnmacht der UN - gerade in Nahost.Die wahre Tragik: Die Menschen in Gaza, im Iran und in der Ukraine bräuchten Hilfe, die Menschen in Israel bräuchten Sicherheit. Doch mit dieser UN und diesen USA ist beides derzeit nicht in Sicht.