
merkur.de · Feb 20, 2026 · Collected from GDELT
Published: 20260220T084500Z
StartseitePolitikUS-Großaufmarsch nahe Iran: Teheran nennt Angriffsziele – Trump zieht UltimatumStand: 20.02.2026, 08:51 UhrKommentareZwischen Washington und Teheran brodelt es, die Verhandlungen brachten bislang keine greifbaren Ergebnisse. Nun droht eine Eskalation im Iran-Streit.Teheran – Mit einem ultimativen Zeitlimit von maximal 15 Tagen hat US-Präsident Donald Trump die Spannungen mit dem Iran auf einen neuen Höhepunkt getrieben. „Entweder wir erzielen eine Einigung oder es wird für sie bedauerlich“, drohte Trump am Donnerstag und bezeichnete die gesetzte Frist als „so ziemlich das Maximum“. Der Iran reagierte umgehend mit einer beispiellosen Eskalation der Rhetorik.Kadetten der iranischen Revolutionsgarden marschieren während einer jährlichen Militärparade. Zwischen dem Iran und den USA droht eine Eskalation. (Archivbild) © Vahid Salemi/AP/dpaAlle US-Militärstützpunkte in der Region würden im Falle eines amerikanischen Angriffs zu „legitimen Zielen“ erklärt – eine direkte Bedrohung für Zehntausende amerikanischer Soldaten im Nahen Osten. Während Washington parallel einen zweiten Flugzeugträger in die Region entsendet, scheinen beide Seiten auf einen Konfrontationskurs zu steuern, der die gesamte Region destabilisieren könnte.Trump eskaliert Atomstreit mit Iran: USA setzen Ultimatum – Teheran reagiertDiese dramatische Zuspitzung folgte auf Trumps konkrete Fristsetzung am Donnerstag, als er dem Iran eine ultimative Frist für ein Atomabkommen gesetzt hat. Donald Trump bewertete am Donnerstag 10 bis 15 Tage als ausreichend für eine Einigung und bezeichnete dies als „so ziemlich das Maximum“ seitens der USA. An Bord der Präsidentenmaschine „Air Force One“ sagte Trump: „Ich denke, das sollte genug Zeit sein.“Das Mullah-Regime im Iran reagierte umgehend mit einer scharfen Warnung. In einem Brief des iranischen UN-Botschafters Amir Sajid Irawani an UN-Generalsekretär António Guterres erklärte Teheran für den Fall eines Angriffs alle US-Militäreinrichtungen zu legitimen Zielen. „Alle Stützpunkte, Einrichtungen und Vermögenswerte der feindlichen Streitkräfte in der Region (...) würden legitime Ziele darstellen“, heißt es in dem Schreiben. Das US-Militär unterhält im Nahen Osten eine Reihe von Stützpunkten mit insgesamt Zehntausenden Soldaten.Irawani begründete die iranische Position mit einer „kriegerischen Äußerung“ Trumps, die verdeutliche, dass „ein reales Risiko einer militärischen Aggression“ bestehe. Die Folgen einer solchen Eskalation wären laut dem iranischen Diplomaten katastrophal für die Region und „eine ernsthafte Bedrohung für internationalen Frieden und Sicherheit“.Wegen Iran-Krise: USA ziehen Flotte zusammen – Flugbewegungen nehmen zuParallel zu den diplomatischen Spannungen haben die USA ihre Militärpräsenz in der Region massiv ausgebaut. Um den Druck auf Teheran zu erhöhen, entsandte Trump einen zweiten Flugzeugträger in die Region. Laut CNN zeigen Satellitenaufnahmen, dass die US-Armee die Zahl von Kampfflugzeugen, Tankjets und Luftabwehrsystemen auf ihren Basen in Kuwait, Bahrain und Saudi-Arabien deutlich erhöht hat. CBS zählte mehr als 50 Flüge von US-Militärmaschinen, die aus den USA und Europa in Richtung Naher und Mittlerer Osten starteten.Trump hatte bereits am Mittwoch mit scharfen Worten auf die geplante Rückgabe der strategisch wichtigen Chagos-Inseln von Großbritannien an Mauritius reagiert. Der US-Präsident erklärte, die US-Streitkräfte müssten womöglich auf den gemeinsam mit Großbritannien genutzten Militärstützpunkt auf Diego Garcia zurückgreifen, sollten die Atomgespräche scheitern. „Premierminister Starmer sollte auf keinen Fall die Kontrolle über Diego Garcia verlieren“, schrieb Trump. „Wir werden immer bereit, willens und in der Lage sein, für Großbritannien zu kämpfen, aber sie müssen angesichts von Wokeism und anderen Problemen stark sein. Gebt nicht Diego Garcia weg!“Trotz der militärischen Drohgebärden betonte die iranische diplomatische Vertretung, dass das Land „weder Spannungen noch Krieg anstrebt und keinen Krieg beginnen wird“. In dem UN-Schreiben beteuerte der Iran seine Bereitschaft, weiter an einer diplomatischen Einigung zu arbeiten. Im Konflikt um das iranische Atomprogramm sei es möglich, „eine dauerhafte und ausgewogene Lösung zu erreichen“.Iran-Verhandlungen über Atomprogramm – Trump verfolgt genaues ZielDie aktuellen Verhandlungen sind die ersten seit dem zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran im Juni vergangenen Jahres, in den die USA an der Seite Israels eingegriffen und mehrere Atomanlagen im Iran bombardiert hatten. Anfang Februar hatten die USA und der Iran unter Vermittlung des Oman die Verhandlungen über das iranische Atomprogramm wieder aufgenommen. Eine zweite Runde indirekter Gespräche hatte am Dienstag in Genf stattgefunden.Bei den Verhandlungen geht es um Irans umstrittenes Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Islamische Republik in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Irans Regierung zeigt sich bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen, fordert im Gegenzug jedoch die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. Das Verhandeln über andere Themen wie eine Begrenzung seines Raketenprogramms schließt der Iran bislang aus. Teheran beteuert, das Atomprogramm diene zivilen Zwecken, nicht der Entwicklung von Atomwaffen. (Quellen: dpa, afp, CNN, CBS) (fbu)