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Beschäftigte fürchten totales Aus für Krankenhaus am Bodensee
schwaebische.de
Published 2 days ago

Beschäftigte fürchten totales Aus für Krankenhaus am Bodensee

schwaebische.de · Feb 20, 2026 · Collected from GDELT

Summary

Published: 20260220T121500Z

Full Article

Stiefmütterlich behandelt fühlen sich die mehr als 300 Beschäftigten des Tettnanger Krankenhauses - das machen Marita Schleicher und Norbert Hörburger vom dortigen Betriebsrat während des Gesprächs mit der Schwäbischen Zeitung mehrfach deutlich. Das gelte für Politik und Geschäftsführung. Das gelte aber auch für den Konzernbetriebsrat, der vor allem die Interessen der Häfler Beschäftigten vertrete.Beschäftigte hoffen auf ambulantes ZentrumAm liebsten wäre ihnen der Weiterbetrieb des Tettnanger Krankenhauses im jetzigen Betrieb. Doch Schleicher und Hörburger wissen, dass das „Utopie“ ist, „das wird aus Kostengründen wahrscheinlich nicht passieren“. Umso mehr setzen sie ihre Hoffnung auf ein ambulantes Gesundheitszentrum mit ambulantem OP-Zentrum, wie es seit einigen Wochen im Gespräch ist. Sehr erleichtert sind sie, dass die Politik nicht mehr von einem völligen Aus in Tettnang spreche.Wenn man in Tettnang „möglichst viel ambulant“ machen könne, also solche Operationen, Behandlungen und Therapien, nach denen ein Patient nicht in der Klinik bleiben, sondern wieder nach Hause fahren kann, dann wäre das sehr gut. Besser wäre es, wenn auch noch „ein paar Betten hinten dran, wo man zur Not mal übernachten kann“, blieben, sagt Hörburger, der seit sieben Jahren im Tettnanger Krankenhaus arbeitet und dort als Oberarzt die Notaufnahme leitet.Möglichst viele wollen weiter in Tettnang arbeitenDas böte die Voraussetzung dafür, dass möglichst viele Beschäftigte in Tettnang bleiben können. Denn das sei deren Wunsch. Dass nur ein Viertel der Pflegekräfte in die Häfler Klinik gewechselt ist, nachdem die Abteilung für Innere Medizin in Tettnang zum Jahreswechsel geschlossen wurde, zeige die Haltung der Kolleginnen und Kollegen, ergänzt Schleicher.Dass in der Öffentlichkeit fast nur über Pflegepersonal und Ärzte gesprochen werde, sei ebenso ein Grund zur Sorge für die vielen Kolleginnen und Kollegen, die im Tettnanger Krankenhaus in der Physiotherapie, Radiologie, Labor, Endoskopie, Küche, Hilfskräftetechnik, Reinigung oder Verwaltung arbeiten. Die hätten das Gefühl, ihr Schicksal sei schon besiegelt. Und da sei es auch keineswegs sicher, dass die so einfach wieder eine neue Stelle bekommen, wie eine der überall begehrten Pflegekräfte.Klinikbetrieb läuft derzeit ganz normal weiterDass öffentlich kaum jemand über das Tettnanger Krankenhaus spreche, habe dazu geführt, dass manche Bürger die Klinik bereits geschlossen wähnten. In Gesprächen würden Beschäftigte immer wieder hören, dass das Aus des 1964 eröffneten Hauses bedauerlich sei. Dabei ist das Krankenhaus in der Emil-Münch-Straße nach wie vor in Betrieb.Es gibt zwar keine Abteilung für innere Medizin mehr, aber Unfall- und Allgemeinchirurgie, Endoprothetik, HNO und Gynäkologie, in der im vergangenen Jahr 700 Babys zur Welt kamen, gebe es nach wie vor. Zudem deckten Belegärzte die Bereiche Orthopädie und Kinderchirurgie ab. Und die Notaufnahme gibt es natürlich, die im vergangenen Jahr mehr als 12.000 Patienten versorgt hat. Die Zahlen seien gut, „aber Notaufnahme und Entbindungen bringen kein Geld“, weiß Schleicher.Leider habe das alte Management schon vor zweieinhalb Jahren die Intensivstation geschlossen, sodass Tettnang vieles nicht mehr leisten darf. So dürfen Rettungswagen Patienten mit Oberschenkelbrüchen oder Schenkelhalsbrüchen nicht mehr nach Tettnang fahren, weil es dort keine Intensivstation gibt. Dasselbe gilt inzwischen für alle internistischen Notfälle.Die Geschäftsführung habe zu Jahresbeginn auch die Notaufnahme schließen wollen, doch dagegen sind Hörburger und andere vorgegangen: „Das haben wir dann Gott sei Dank abwenden können.“Kleine Krankenhäuser haben manchen VorteilAlle Abteilungen in Tettnang hätten sehr gute Arbeit geleistet, sind sich Schleicher und Hörburger einig. Die Patienten liebten das Krankenhaus, weil es familiärer zuging, weil die Wege kurz waren, weil es eine gute Küche gab.Wer künftig Klinikbetreiber im Bodenseekreis wird, ist den Beschäftigten in Tettnang im Grundsatz egal - wenn möglichst viel Klinik in der ehemaligen Kreisstadt bleibt. Schleicher verweist auf die Waldburg-Zeil-Kliniken, zu denen das Krankenhaus etwa zehn Jahre gehörte, bevor der Medizin Campus Bodensee es 2015 übernahm. Schmerzhaft waren Gehaltsverzicht, weil der Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes wegfiel. Aber Waldburg-Zeil habe deutlich mehr in Tettnang investiert als später der MCB.Vor allem sei der Umgang mit den Beschäftigten viel besser gewesen. Es habe Feste vor Ort gegeben oder Gesundheitstage. Später mussten die Tettnanger für solche Veranstaltungen immer nach Friedrichshafen fahren.Nebeneinander von OSK und Privatem wäre schwierigHörburger sieht das genauso: „Ob da Medizin Campus Bodensee, Asklepios, Helios oder was auch immer draufsteht - Hauptsache, die haben eine Perspektive, dass wir hier weitermachen können.“ Auch wenn ihnen der neue Träger grundsätzlich egal ist, können sich die Betriebsräte nicht vorstellen, wie es in Tettnang weitergehen soll, wenn ein Privater einen wie auch immer gearteten ambulanten Betrieb aufzieht und gleichzeitig die Oberschwabenklinik, also die Konkurrenz, das Medizinische Versorgungszentrum betreibt, wie das seit Jahresbeginn der Fall ist. Immerhin liegt bisher beides im Gebäude direkt nebeneinander. Eine bauliche Trennung würde sicher schwierig und damit teuer.Schleicher räumt ein, dass kleine Krankenhäuser sich nicht in dem Maße tragen können wie größere. Doch eigentlich sei man im MCB mit Friedrichshafen und Tettnang auf einem guten Weg gewesen, bis die Pandemie und später der Hackerangriff dem Unternehmen zusetzten. Davon hätten sich beide Kliniken bis heute nicht erholt.Dass inzwischen im Gesundheitswesen fast alles ausschließlich unter dem Aspekt des Geldes gesehen werde, bereitet Schleicher große Sorgen. Das führe zu einer Fließband- und Apparatemedizin, der viele Menschen aber nicht ausgeliefert sein wollten. „Ethik, Fürsorge, Gesundheitsvorsorge bleiben dabei auf der Strecke. Das macht mir Angst.“


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