
come-on.de · Feb 26, 2026 · Collected from GDELT
Published: 20260226T204500Z
come-on.dePolitikAngriff auf Iran geplant? Verhandlungsrunde beendet – US-Flugzeugträger verlässt KretaStand: 26.02.2026, 20:31 UhrKommentareTrump steht vor einer schwierigen Entscheidung bezüglich des Iran. Seine Berater bevorzugen einen israelischen Erstschlag. Die militärischen Risiken sind hoch.Update, 22:31 Uhr: Der größte Flugzeugträger der US-Marine, die USS Gerald R. Ford, ist am Donnerstag aus der Souda-Bucht auf Kreta ausgelaufen. Nach Angaben aus Militärkreisen diente der Aufenthalt auf dem dortigen Marine- und Luftwaffenstützpunkt der Versorgung und logistischen Unterstützung des Schiffs.Nach bisherigen Informationen griechischer Medien könnten der Flugzeugträger und seine Begleitschiffe ihr mögliches Einsatzgebiet im Nahen Osten innerhalb von 24 Stunden erreichen. Unklar ist, ob der Verband im östlichen Mittelmeer verbleibt oder den Suezkanal passiert, um über das Rote Meer weiter in Richtung Golfregion zu fahren. Ebenso sei es möglich, dass die Einheiten in der Region Zypern und Israel bleiben, so Militärexperten in Griechenland.Update, 20:14 Uhr: Die dritte Verhandlungsrunde zwischen dem Iran und den USA in Genf ist beendet. Der Außenminister Omans, Badr al-Bussaidi, schrieb auf X von „bedeutenden Fortschritten“ in den Gesprächen. „Wir werden bald nach Konsultationen in den jeweiligen Hauptstädten wieder zusammenkommen“, fügte er hinzu. Nächste Woche seien in Wien ab Montag Gespräche auf technischer Ebene geplant. Falls diese stattfinden, dürften Details eines möglichen Abkommens ausgehandelt werden.Erstmeldung: US-Präsident Donald Trump steht mit Blick auf einen möglichen Angriff auf den Iran vor einer schwierigen Entscheidung. Der Republikaner brüstet sich gerne damit, Kriege zu beenden und nicht zu beginnen. Ein Angriff auf Teheran, wie er seit einigen Tagen befürchtet wird, müsste Trump also auch vor der Bevölkerung und kritischen Stimmen aus der eigenen Partei rechtfertigen. In Washington taktiert man deswegen wohl derzeit über eine mögliche Einbindung von Israel in die militärische Operation.Greift US-Präsident Donald Trump den Iran an? Die US-Regierung wägt derzeit mögliche Schritte gegen das Regime von Ajatollah Ali Chamenei ab. © Foto von ANDREW CABALLERO-REYNOLDS / VARIOUS SOURCES / AFPDie Trump-Administration erwägt dabei eine strategische Herangehensweise an einen möglichen Militärschlag gegen den Iran, bei der Israel den ersten Angriff ausführen soll. Das berichtet das Magazin Politico. Hochrangige Berater von Präsident Donald Trump bevorzugen nach Angaben zweier mit den laufenden Diskussionen vertrauter Personen, dass Israel den Iran angreift, bevor die Vereinigten Staaten selbst eine Offensive starten.Fehlender Rückhalt für Iran-Angriff? Trump-Administration hofft auf israelischen ErstschlagDiese Überlegungen sind primär politisch motiviert. Beamte der Trump-Administration argumentieren, dass ein israelischer Angriff den Iran zu Vergeltungsmaßnahmen provozieren würde, was wiederum die Unterstützung der amerikanischen Wähler für einen US-Schlag mobilisieren könnte. Beamte des Weißen Hauses glauben, dass die politische Wirkung „viel besser“ ist, wenn Israel zuerst den Iran angreift, berichtet Politico unter Berufung auf Insider.Die Kalkulation basiert auf Umfrageergebnissen, die zeigen, dass Amerikaner und insbesondere Republikaner einen Regimewechsel im Iran unterstützen, aber nicht bereit sind, US-Verluste dafür in Kauf zu nehmen. „In der Regierung und ihrem Umfeld herrscht die Meinung vor, dass es politisch viel besser wäre, wenn die Israelis zuerst und allein handeln und die Iraner daraufhin Vergeltungsmaßnahmen gegen uns ergreifen würden, was uns einen weiteren Grund zum Handeln geben würde“, sagte eine mit den Diskussionen vertraute Person gegenüber Politico.Greift Trump den Iran an? Spekulationen über gemeinsamen Angriff mit IsraelWährend die diplomatischen Hoffnungen in Washington schwinden, kristallisiert sich die Frage heraus, wann und wie die USA angreifen werden. Unabhängig vom Wunsch, Israel zuerst handeln zu lassen, gilt ein gemeinsam gestarteter US-israelischer Einsatz als wahrscheinlichstes Szenario, so die beiden Quellen.Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu war vergangene Woche im Weißen Haus und drängte die Administration, alles Notwendige zu unternehmen, um Irans Nuklearprogramm, dessen ballistische Raketeninfrastruktur und die Unterstützung für verbündete Milizen in der Region zu stoppen. Gleichzeitig reisen Trumps Verhandlungsteam, bestehend aus dem Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, nach Genf, um einen möglichen Deal mit den Iranern auszuhandeln.Verhandlungen zwischen Iran und USA – Außenminister spricht von „möglicher Vereinbarung“Der Iran hat derweil nach eigenen Angaben einen Entwurf für ein neues Atomabkommen mit den USA übermittelt. Außenminister Abbas Araghtschi präsentierte am Mittwochabend die „Elemente bezüglich einer möglichen Vereinbarung“ kurz vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde dem omanischen Vermittler, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Bei den Verhandlungen in Genf geht es unter anderem um das umstrittene iranische Atomprogramm. Die USA wollen verhindern, dass die Führung in Teheran Atomwaffen entwickelt. Irans Regierung bestreitet entsprechende Absichten, zeigt sich jedoch bereit, ihr Nuklearprogramm zu begrenzen. Im Gegenzug fordert Teheran die Aufhebung harter Wirtschaftssanktionen. US-Außenminister Marco Rubio hatte kurz vor dem Auftakt der Gespräche behauptet, der Iran versuche, Interkontinentalraketen zu entwickeln.Der Fokus der Verhandlungen weist auch darauf hin, dass die militärischen Optionen mit großer Wahrscheinlichkeit iranische Nuklearanlagen treffen würden – oder deren Überreste nach den US-Schlägen vom vergangenen Juni. Auch Irans ballistische Raketeninfrastruktur, die Israel als große Bedrohung für seine Sicherheit ansieht, wäre ein sicheres Ziel.Trump behauptete, dass US-Schläge im Rahmen der „Operation Midnight Hammer“ im vergangenen Juni Irans drei wichtigste Nuklearanlagen „vollständig zerstört“ hätten. Tatsächlich wurden sie nicht vollständig zerstört, sind aber auch nicht einsatzfähig, so Beamte, die die Geheimdienstberichte überprüft haben.Greift Trump den Iran an? US-General warnt vor amerikanischen VerlustenGeneral Dan Caine, Vorsitzender der Joint Chiefs of Staff, warnt, dass die im Nahen Osten stationierten US-Streitkräfte zwar kleine oder mittlere Schläge gegen Teheran ausführen könnten, es aber ein potenziell hohes Risiko für amerikanische Verluste und negative Auswirkungen auf amerikanische Waffenlager gäbe. Das berichtet die New York Times. General Paul D. Eaton, ein pensionierter Armeegeneral des Irak-Kriegs, sagte dem Medium: „Wenn wir den Kontakt initiieren, sollten wir erwarten, dass der Iran 100 Raketen auf US-Stützpunkte abfeuert, denn das war es, was sie im Juni gegen Israel getan haben.“ Amerikanische Truppen in der Region verfügten jedoch weder über Israels berühmtes Iron-Dome-Luftabwehrsystem noch über dessen umfangreiches Bunkernetzwerk.Die Administration soll derweil verschiedene Pläne diskutieren: einen großangelegten Schlag gegen zahlreiche Ziele über einen längeren Zeitraum oder einen gezielten, begrenzten Schlag auf Raketen- und Nuklearanlagen. Auch ein sogenannter „Enthauptungsschlag“ gegen den religiösen Führer Ajatollah Ali Chamenei soll als Option im Raum stehen. (Quellen: dpa, Politico. New York Times) (fdu)